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Gegen. Mit. Für. Zwischen. - Ein Laternenslam zum Thema "Widerstand"

Ein Projekt in Kooperation mit der Fachstelle für Erinnerungskultur der Hansestadt Lübeck.

Der Jugendbeirat der Bücherpiraten hat ein Projekt zum Open Call der Fachstelle eingereicht und wurde ausgewählt, es umzusetzen. Konzeption, Bewerbungstexte, Durchführung, Inhalte, Dokumentation sowie Film- und Audioschnitt für die Gestaltung der Ausstellung im September liegen in der Hand der beteiligten Jugendlichen. Die Bücherpiraten begleiten sie durch Moderation, Beratung, dem bestehenden Netzwerk und Kontaken und den Ressorucen im Bücherpiraten-Haus und durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die beteiligtem Jugendlichen über das Projekt:

Widerstand muss kein Schrei sein, keine Barrikade. Widerstand kann auch eine Stimme sein, die am Abend sagt: „Morgen versuche ich es das nächste Mal“ oder ein „Nein.“ aus meinem Mund. Widerstand muss keine Barrikade zwischen mir und dem Weiterkommen sein. Widerstand kann auch ein Antrieb sein.

Bei dem Thema Widerstand fällt immer auch die Frage: „Gegen was?“ Doch muss Widerstand immer „gegen“ etwas sein? Kann Widerstand nicht auch „mit“, „auf“, „für“ oder „zwischen“ etwas sein?

Genauso ist es auch mit Gefühlen zu Widerstand. Würde ich nur einmal darüber nachdenken, wäre es für mich sonnenklar: „Natürlich! Widerstand ist aus Wut geboren!“

Protesttexte zu schreiben ist das, wonach mein Herz sich sehnt. Es ist ein Weg, mich mit der Realität auseinanderzusetzen, die Hilflosigkeit, die sich in mir sammelt, umzukehren, und zum Gegenteil zu nutzen. Sie aufzuführen fühlt sich stark an. Wenn ich auch nur eine Person damit motiviere, zu protestieren, es sich nicht über sich ergehen zu lassen, einfach IRGENDETWAS zu tun, hat der Text für mich den Sinn erfüllt. Jedes Mal, wenn ich mich auf die Bühne stelle, habe ich wieder die Chance etwas zu verändern. Das liebe ich. (Marie)

Aber ist dem wirklich so? Kann Widerstand nicht auch Angst, Trauer, Freude oder Liebe sein? Genau das wollen wir an Widerstand auf unserem literarischen Weg erforschen. Wir interessieren uns für das Thema, weil es so vielseitig ist.

Die Worte zischen durch den Raum, sie stoßen an Wände und Herzen. Fremde Augen folgen jedem Satz, manche schließen sich, manche öffnen sich. Jeder Satz ist ein Schlag gegen Gleichgültigkeit, ein Flüstern von Gerechtigkeit. Für einen Moment knistert die Luft, alles wird scharf und spürbar. Protesttexte sind Funken, die zeigen: wir sehen, wir fühlen, wir handeln. (Loni)

Deswegen wollen wir ihm mit einem offenen und vielseitigen Format begegnen: dem Laternenslam. Bei einem Laternenslam werden vier bis sechs Getränkekästen auf einem großen, öffentlichen Platz aufgebaut und auf jedem der Getränkekästen trägt jeweils eine Jugendliche oder ein Jugendlicher einen selbstgeschriebenen Text vor, egal, ob ihr oder ihm ein, fünfzig oder auch keine Passanten lauschen. Anschließend wechseln wir die Getränkekästen und tragen dann einem anderen Publikum unseren selbstgeschriebenen Text zum Thema „Widerstand“ vor. Dieser Laternenslam unter freiem Himmel dient dazu, einer breiten Öffentlichkeit Literatur näherzubringen. Er erzeugt Aufmerksamkeit und jede und jeder kann Publikum sein.

Auf eine Kiste zu steigen, fühlt sich immer ein bisschen
seltsamer 
und gleichzeitig freier an als Poetry-Slam auf einer Bühne.
Man zwingt Menschen in gewisser Weise stehen zu bleiben, muss aber auch damit umgehen können, wenn sie weitergehen. Manchmal redet man nur von zwei Menschen. Doch genau die wenigen Menschen sind immer unglaublich dankbar und man kommt ins Gespräch - einfach weil genau das so unerwartet ist. Wann steht schon jemand vor einem mit einer Getränkekiste
und einem Slam-Text, wenn man durch die Stadt spazieren geht?

Es ist eindrücklicher als auf einer Bühne, wo nur Menschen hinkommen, die genau das erwarten. Denn selbst wenn Menschen einfach weitergehen, kriegen sie ein paar Wortfetzen doch im Gehen mit. (Jo)

Förderer

Ergebnisse

Videocollage aus Fotos und Sounds des Laternenslams

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Hörspiel-Collage "Die Freiheit des Wortes"

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Ausstellung im Rahmen des Pop.ZeitLabs der Fachstelle für Erinnerungskultur der Hansestadt Lübeck

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